Gothic 3 – Götterdämmerung Review (getestet mit Release-Patch)

Gothic 3 – Götterdämmerung Review (getestet mit Release-Patch)

Story

2 Jahre ist es nun her, dass der Held und Xardas durch das Felsportal ins Unbekannte Land und somit in eine höhere Sphäre gingen. Einige Zeit war Ruhe in Myrtana, doch Gorn rüstet gegen die Orks und Thorus. Der Held und Xardas sind sich uneinig was zu tun ist. Doch diesmal endet die Uneinigkeit auf einer höheren Ebene: Der Gewalt. Der Held verlässt darauf hin jene Sphäre um wieder den Frieden nach Myrtana zu bringen, doch man traut ihm nicht recht, da das Versprechen vom Tausendjährigem Frieden nicht wahr wurde. Und so muss der Held das Vertrauen der Bürger Myrtanas und der Orks, aber auch seiner Freunde zurück erlangen. Die Story ist gespickt mit ernsten aber auch seltsamen und unerwarteten Momenten, also so wie man es sich bei Gothic 3 erhofft hatte. Auch ist die Story dichter als im Hauptspiel, wofür aber einiges zum Opfer fiel (siehe Abschnitt „Feeling“). Schließlich gibt es auch wieder den entscheide-dich-Moment, wo man nun entweder für Gorn’s oder Thorus’ Ziele eintreten muss.

Quests

Es gibt einige sehr interessante und überlegte Quests, wie der berüchtigte „Verückte Vogelmann“, der mit seinen Vogeln lieber woanders hinziehen sollte. Aber auch typische Quests wie töte-jene-Monster tauchen wieder auf, was aber zu jedem RPG dazugehört. Sehr viele Quests lassen sich auf verschiedenen Wegen lösen, wodurch der Spieler überlegen muss, was er als beste Lösung empfindet.

Feeling

Wie im Hauptspiel zeichnet sich auch Götterdämmerung durch schöne, dichte aber auch dunkle Landschaften, Dungeons und Städte aus, wodurch man sich wieder wie in einer echten Welt vorkommt. Dennoch sind einige wesentliche Punkte anders.

Der Anfang wird nicht wie sonst vom Helden oder von Xardas erzählt sondern von einem Off-Sprecher. Es wurden unsichtbare Barrikaden eingebaut, wie in Faring auf dem Weg nach Nordmar oder bei der nördlichsten Höhle in Faring. Das AddOn ist allerdings auch nicht mehr ganz so frei wie das Hauptspiel, da man nach Nordmar und Varant nicht mehr kommen kann, aber auch der Ablauf der Story sehr linear ist. So versucht man am Anfang vielleicht vergeblich mit Inog, anderen NPCs mit Namen oder gar mit Gorn zu reden, welche jedoch ohne vorhergehenden Quests höchstens bedeutungslose Kommentare von sich geben. Aber nicht nur die Welt an sich hat sich geändert, sondern auch die Persönlichkeit des Helden. Er ist etwas arroganter („Ich weiß besser als du, was für Myrtana gut ist.“), selbstsicherer und ernster geworden. Man kann richtig spüren, dass es ihn nervt, was man aus dem Frieden gemacht hat. Dadurch kann es passieren, dass einige Spieler sich nicht mehr mit dem Helden identifizieren können oder gar wollen.

Weiterhin sind überall Siedlungen anzufinden, die so aussehen, als ob dort noch jemand wohnen würde, es dort aber keine Menschenseele mehr gibt. Gut erhaltene Siedlungen auch nach 2 Jahren, das ist die Architektur der Zukunft!

Kampfsystem

Das Kampfsystem sollte verbessert werden, allerdings kann man sich über das Ergebnis streiten.

Die Ausdauer hat nun einen wesentlichen Punkt im Kampf eingenommen, sobald jene nämlich auf Null ist, kann man nicht mehr schlagen, was teilweise eine taktischere Vorgehensweise erfordert. Jedoch sind dadurch Orks mit Nahkampfwaffen wesentlich einfacher zu besiegen, als Menschen mit Nahkampfwaffen, da die Orks entweder weniger Ausdauer haben oder zu viel Ausdauer für ihre Schläge verbrauchen. So heißt es also: Lass sie schlagen und weiche aus, bis ihre Ausdauer auf Null ist, dann geb ihnen ein volles Pfund aufs Maul.

Das Blocken mit dem Schild funktioniert garnicht, die Gegner schlagen einfach durch, als ob da nichts wäre und auch die neuen Kampfmoves, wie das Seitenrollen bringen keine Vorteile im Kampf.

Außerdem wirkt das überarbeitete Zielen mit dem Bogen sehr schwammig, wodurch man oftmals schnell daneben trifft.

Bugs

-fehlende Textpassagen/Sprechpassagen

-teilweise Englische Bezeichnungen der Charaktere wie „Guard“, „Shaman“

-teilweise falsche Synchronstimmen (Ork redet mit Menschenstimme, ein männlicher Mensch redet kurzzeitig mit einer Frauenstimme)

Fazit

Aus Fehlern der Vorgeschichte lernen eben doch nicht alle, so auch nicht JoWood, die Trine Games anscheinend wie Piranha Bytes nicht genug Zeit für ein bugfreies und überzeugendes Endprodukt ließen. Das AddOn macht einiges besser als das Hauptspiel, wie die dichtere Story und abwechslungsreicheren Quests, aber auch einiges schlechter, wie eben jene Linearität durch die man sich gefangen fühlt und die Neuerungen im Kampfsystem die einem ja doch nicht richtig nützen.

Fans der Gothic-Reihe die wissen wollen wie die Geschichte weiter geht und auch Gothic 4 kaufen wollen, sollten dieses Verbindungsstück nicht ungekauft lassen. Aber jene die von Gothic 3 enttäuscht waren, werden dieses Spiel im momentanen Zustand nicht wirklich besser finden. Ob es sich im momentanen Zustand lohnt zu kaufen, muss jeder selbst entscheiden.

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~ von Salbatanu - November 23, 2008.

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